Soft Aesthetics – Wie sich Schönheitsideale in der ästhetischen Medizin verändern

Perfekt geformte Lippen, markante Wangenknochen und faltenfreie Haut – lange Zeit prägte das sogenannte „Instagram-Face“ die Vorstellungen moderner Schönheit. Doch in den vergangenen Jahren hat sich ein deutlicher Wandel abgezeichnet. Immer mehr Patient:innen wünschen sich subtile Behandlungen, die Frische und Ausstrahlung betonen, ohne künstlich zu wirken. Statt maximaler Veränderung stehen heute Individualität, Hautgesundheit und langfristige Ergebnisse im Fokus. In der ästhetischen Medizin spricht man zunehmend von „Soft Aesthetics“ oder „Prejuvenation“ – einem Ansatz, der auf Prävention, regenerative Verfahren und eine natürliche Ausstrahlung setzt. Wie sich dieser Paradigmenwechsel in der Praxis zeigt, welche Rolle neue Technologien spielen und warum Natürlichkeit zum neuen Luxus geworden ist, erklärt Mariya Yankova, Ärztin im Münchner Ästhetikzentrum THERESIUM | Dr. Kloeppel.

Frau Yankova, beobachten Sie aktuell Veränderungen in der Nachfrage Ihrer Patient:innen?

Ja, seit etwa zwei bis drei Jahren sehen wir einen deutlichen Wandel. Während früher stark definierte Konturen, sehr volle Lippen oder ausgeprägte Wangenknochen – inspiriert vom sogenannten „Instagram-Face“ – gefragt waren, wünschen sich Patient:innen heute überwiegend natürlich wirkende Ergebnisse. Im Vordergrund stehen Frische, Ausstrahlung und ein erholtes Erscheinungsbild, ohne dass ästhetische Behandlungen offensichtlich erkennbar sind. Gleichzeitig kommen Patient:innen heute deutlich informierter in die Beratung. Sie legen großen Wert auf individuelle Konzepte, langfristige Hautqualität und regenerative Ansätze – statt auf schnelle, stark sichtbare Veränderungen.

Mariya Yankova, Ärztin im Münchner Ästhetikzentrum THERESIUM

Beobachten Sie also einen klaren Gegentrend zum stark gefilterten „Instagram-Face“?

Ja, diesen Gegentrend sehen wir sehr deutlich. Der Wunsch geht weg von standardisierten, überzeichneten Gesichtszügen hin zu mehr Individualität. Gesichtszüge sollen erhalten bleiben und nicht „vereinheitlicht“ werden. Besonders jüngere Patient:innen hinterfragen die Filter-Ästhetik zunehmend kritisch, während ältere Patient:innen vor allem Wert auf subtile Verjüngung legen. Der Trend geht insgesamt zu sogenannten „Soft Aesthetics“: kleinere Mengen, präzisere Platzierung und ein ganzheitlicher Ansatz, der Proportionen respektiert. Natürlichkeit ist längst kein kurzfristiger Trend mehr, sondern eine nachhaltige ästhetische Leitlinie.

Der Begriff „Natural Glow“ ist überall präsent. Ist das cleveres Marketing – oder ein echter Kulturwandel?

Ich würde sagen: beides. Einerseits nutzen Beauty-Brands den Begriff strategisch, um Natürlichkeit zu vermarkten. Andererseits spiegelt er tatsächlich einen gesellschaftlichen Zeitgeist wider. Der Fokus verschiebt sich weg von perfektionistischen Idealen hin zu Hautgesundheit, Selfcare und einem authentischen Erscheinungsbild. Weniger Heavy-Make-up, dafür mehr Pflege, Prävention und Hautqualität – das beschreibt den „Natural Glow“ sehr gut.

Wird Prävention heute wichtiger als spätere Korrektur?

Absolut. Der Fokus verschiebt sich deutlich in Richtung „Prejuvenation“. Das bedeutet, frühzeitig in Hautqualität und Struktur zu investieren, bevor größere Korrekturen notwendig werden. Statt später aufwendig zu reparieren, geht es darum, Alterungsprozesse früh zu begleiten und zu verlangsamen. Diese präventive Strategie ist langfristig deutlich natürlicher und nachhaltiger.

Soft Aesthetics

Wie gehen Sie in der Praxis mit unrealistischen Erwartungen um, die durch Filter oder Social Media entstehen?

Hier ist Aufklärung entscheidend. Filter erzeugen digitale Illusionen – wir arbeiten jedoch mit echten Gesichtern. In der Beratung erklären wir sehr klar, was realistisch und sinnvoll ist. Ziel ästhetischer Medizin ist nicht Transformation, sondern Optimierung. Wir möchten die vorhandene Persönlichkeit unterstreichen, nicht ein komplett neues Gesicht schaffen.

Verschiebt sich der Fokus also vom Volumenaufbau hin zur Hautqualität?

Definitiv. Wir bewegen uns weg von „mehr Volumen“ hin zu besserer Hautqualität. Strahlkraft, Textur und Spannkraft stehen heute im Mittelpunkt – nicht das Aufpolstern. Gesunde Haut wirkt automatisch jünger. Deshalb investieren viele Patient:innen inzwischen stärker in Behandlungen, die die Hautstruktur verbessern.

Um welche Behandlungen handelt es sich beim sogenannten Natural-Aging-Ansatz?

Vor allem minimalinvasive Treatments spielen hier eine große Rolle. Platelet-Rich Plasma – kurz PRP – stimuliert die körpereigene Regeneration. Biostimulatoren aktivieren Kollagenprozesse in der Haut. Minimal dosierte Filler setzen sehr feine Akzente, während moderne Laserbehandlungen Struktur und Ebenmäßigkeit verbessern. Das Ziel ist immer dasselbe: Frische und Vitalität, ohne dass man „gemacht“ aussieht. Natürlichkeit ist heute das neue Luxusmerkmal in der ästhetischen Medizin.

Soft Aesthetics

Wie sieht Ihr persönliches Konzept für die Frau der Zukunft aus?

Die Frau der Zukunft definiert Schönheit zunehmend selbstbewusst neu – gesund, reflektiert und unabhängig von kurzlebigen Trends. Mein Konzept im THERESIUM | Dr. Kloeppel setzt deshalb auf Prävention, Hautqualität und subtile Optimierung statt auf sichtbare Veränderung. Ich optimiere nicht das Gesicht – ich unterstreiche Persönlichkeit. Wir bewahren Individualität, stärken Ausstrahlung und investieren in langfristige Hautgesundheit. Denn Schönheit ist kein Filter – sie ist eine Haltung.

Schnell zum Luxus: theresium.com

Bilder: ©Vadim Kretschmer, THERESIUM, Canva

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