Sant Antoni de Portmany – Die sanfte Seite Ibizas

Während Namen wie Playa d’en Bossa oder San Rafael seit Jahrzehnten synonym für das Nachtleben Ibizas stehen, hat Sant Antoni de Portmany nie versucht, Teil dieser Erzählung zu werden. Im Gegenteil: Der Ort an der Westküste war schon immer ein Platz der Fischer, Bauern und Handwerker – ein Ort, der sich dem Rhythmus der Insel angepasst hat, nicht dem der Musik. Gerade heute, in einer Zeit, in der viele Reisende Ibiza neu entdecken wollen, zeigt sich Sant Antoni als wohltuender Gegenpol zur lauten Seite der Insel.

Am eindrücklichsten lässt sich diese Ruhe vom Wasser aus erleben. Bootstouren entlang der Westküste eröffnen Perspektiven, die an Land verborgen bleiben: kleine Strände, schroffe Felsformationen, türkisfarbene Buchten. Statt Beats und Gedränge gibt es hier das leise Schlagen der Wellen, Zeit zum Schwimmen, Schnorcheln oder einfach zum Treibenlassen.

Sant Antoni de Portmany

Dass Entschleunigung auf Ibiza keine neue Erfindung ist, beweist ein Besuch bei Ibiza Aloe. Yoga-Einheiten mitten im Aloe-Vera Feld – was andernorts als Wellness-Trend vermarktet wird, ist auf Ibiza seit Generationen Teil des Alltags. Die Verbindung von Bewegung, Natur und nachhaltiger Landwirtschaft wirkt hier nicht konstruiert, sondern selbstverständlich.

Sant Antoni de Portmany

Auch kulinarisch setzt Sant Antoni de Portmany auf Erdung statt Effekthascherei. Es Ventall, mit Michelin-Empfehlung ausgezeichnet, interpretiert ibizenkische Küche modern, ohne ihre Wurzeln zu vergessen. Es Rebost geht noch einen Schritt weiter zurück und serviert traditionelle Rezepte wie gefüllte Canneloni, die sonst nur zu Weihnachten auf den Tisch kommen. Am Hafen genießt man im Es Náutic frischen Fisch mit Blick auf Fischerboote, aber auch die ein oder andere Yacht, während Es Verro mit einer Mischung aus Thai-Küche und Tapas im historischen Innenhof überrascht.

Sant Antoni de Portmany

In der Can Rich Winery wird bei einer Führung schnell klar, wie eng Landwirtschaft, Handwerk und Inselidentität miteinander verwoben sind. Die Bio-Weine, Olivenöle und Liköre erzählen von Geduld, Bodenständigkeit und dem Willen, Qualität über Masse zu stellen – Werte, die Sant Antoni bis heute prägen.

Wer durch den Ort spaziert, stößt immer wieder auf Spuren seiner Geschichte. Die Església de Sant Antoni, eine massive Kirchenfestung aus dem 14. Jahrhundert, erinnert daran, dass Sant Antoni einst Schutzraum war – gebaut gegen Piraten. Vom begehbaren Dach der Kirche aus öffnet sich der Blick auf den Hafen und die weite Bucht.

Nur wenige Schritte weiter beginnt ein wunderschöner Küstenweg, der um eben diese Bucht führt und von markanten Felsvorsprüngen gesäumt ist. Kleine Terrassen und Aussichtspunkte laden zum Verweilen ein – besonders in den frühen Morgenstunden oder zum Sonnenuntergang, der das Meer in goldenes Licht taucht.

Ziel ist das Espai Cultural Sa Punta des Molí (Titelbild) – ein restaurierter Komplex mit einer historischen Windmühle aus dem frühen 19. Jahrhundert, einem Wasserrad und einem traditionellen ibizenkischen Haus, das heute als Ausstellungsraum dient. Einst wurde hier Getreide gemahlen, heute steht die Anlage als geschütztes Kulturgut für das landwirtschaftliche Erbe der Insel.

Dass Tradition hier nicht verloren geht, zeigen die regelmäßigen Aufführungen traditioneller Tänze in Tracht, die im Sommer an wechselnden Orten stattfinden. Kein Folkloreprogramm für Touristen, sondern gelebte Kultur, die selbstverständlich Teil des öffentlichen Lebens geblieben ist.

Gleichzeitig zeigt sich Sant Antoni de Portmany offen für zeitgenössische Impulse. Entlang einer Urban-Art-Route sind mehr als 40 Werke internationaler Street-Art-Künstler*innen mit Themen wie Identität, Vielfalt, Gemeinschaft und Umwelt verteilt, die Straßen und Plätze in ein lebendiges Freilichtmuseum verwandeln. Ein zentraler Beitrag ist der „Endless Rainbow Walk“ des spanischen Künstlers Okuda San Miguel. Auf rund 160 Metern der Carrer Santa Agnès verbinden sich seine geometrischen Formen und kräftigen Farben und eröffnen so einen Dialog zwischen Kunst und Alltag.

Ganz anders, aber ebenso inspirierend ist der BiBo Park, ein biotechnologisch geprägter botanischer Garten, der Natur, Wissenschaft und Kunst zu einem Erfahrungsraum für Nachhaltigkeit und Umweltbildung macht. In verschiedenen naturnah gestalteten Habitaten wachsen mehr als 30.000 Pflanzen aus über 160 Arten – darunter auch bedrohte und endemische Pflanzen der Pityusen-Inseln (Ibiza und Formentera). Ein besonderes Highlight ist das weltweit erste „Plant Piano“: Pflanzen fungieren hier als biologische Sensoren, die durch Berührung Töne und Lichter erzeugen – ein spielerisches Beispiel dafür, wie Natur und Technologie in Einklang treten können.

Auch beim Shopping setzt Sant Antoni auf Beständigkeit. In den Boutiquen Canale und Marengo findet man Mode, die nicht für einen einzigen Sommer gedacht ist. Natürliche Materialien wie Baumwolle und Seide, klare Schnitte und tragbare Farben stehen für einen Stil, der auch nach dem Urlaub noch funktioniert.

Stellt sich nur noch die Frage, welche Unterkunft man für seinen Aufenthalt buchen sollte? Auch hier lässt sich feststellen, dass die Hotels rund um Sant Antoni de Portmany die Vielfalt der Gegend widerspiegeln und sich für jeden Reisetyp das Richtige findet. Das Hotel Can Lluc zum Beispiel, eingebettet in die herrliche Landschaft außerhalb des Stadtkerns, ist ein Rückzugsort für alle, die bewusst Abstand suchen. Yoga, Weite und Ruhe bestimmen hier den Tagesablauf. Direkt am Meer verbindet das Blau Parc Ibiza Boheme-Chic mit entspanntem Luxus: Meerblick, Austern zum Frühstück, einer Dachterrasse mit Infinity Pool und schicken Daybeds. Mitten im Ort erzählt das Hotel Portmany Geschichte. Das Gebäude aus dem 17. Jahrhundert gehört zu den ersten Unterkünften Ibizas und verbindet Boutique-Charme mit urbaner Lage. Und dann ist da noch das Hostal La Torre – weniger Hotel als Institution. Selbst wer hier nicht übernachtet, sollte zum Sonnenuntergang kommen. Cocktails, Balearic DJ Sounds und ein Blick über das Meer, der zeigt, warum Sant Antoni de Portmany nie laut sein musste, um Eindruck zu hinterlassen.

Schnell zum Luxus: visit.santantoni.net

Bilder: © Sant Antoni de Portmany, Adrian Morote

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