Wer das Werk 2 von Dr. Grandel in Augsburg betritt, steht nicht einfach in einem Industriegebäude. Man steht in einem Raum, der bewusst inszeniert ist: lichtdurchflutet, offen, fast leise – trotz der Tatsache, dass hier täglich tausende Produkte entstehen. Es ist ein Ort, der zeigen will, wofür die Beautybrand steht: Transparenz, Nähe und ein fast familiäres Selbstverständnis von Schönheit.
Im Werk 2 schlägt das Herz der Produktentwicklung. Anders als im historischen Stammhaus in Augsburgs Innenstadt, in dem Verwaltung, Marketing und Export sitzen, vereint dieser Standort alles, was mit der Entstehung eines Produkts zu tun hat: von der ersten Idee bis zur fertigen Abfüllung. Hier arbeiten Entwickler, Wissenschaftler, Produktionsleiter und Qualitätssicherung Tür an Tür. Entscheidungen entstehen nicht im stillen Kämmerlein. Espressobars auf jeder Etage dienen nicht nur dem Kaffee, sondern dem Austausch. Produktion trifft hier auf Entwicklung, Labor auf Marketing. Gespräche entstehen beiläufig und bringen unterschiedliche Perspektiven zusammen: Was braucht der Markt? Was wünschen sich Kosmetikerinnen? Welche Textur fühlt sich auf der Haut richtig an?
Wo aus Weizenkeimen Hightech-Kosmetik wird
Ein zentrales Element der Marke ist der Wirkstoff Epigran, ein multiaktives Wirkstoffkonzentrat aus Weizenkeimen und Weizenkleie, das intensiv hautglättend, straffend und feuchtigkeitsspendend wirkt. Die Essenz fördert die Regeneration, verfeinert das Hautbild, mindert Falten und verleiht einen frischen, jugendlichen Teint..

Dem gegenüber steht die eigentliche Produktion: Bis zu 600 Kilogramm Creme können in wenigen Stunden hergestellt werden. Moderne Anlagen mischen und verarbeiten die Rezepturen unter strenger Kontrolle. Automatisiert und doch nie ohne menschliches Eingreifen. In der Abfüllung wird aus der Formulierung ein Produkt. Hier gelten Standards, die über die klassische Kosmetik hinausgehen: produziert wird nach GMP-Richtlinien – also auf einem Niveau, das auch in der Pharmaindustrie üblich ist. Die Zahlen sind beeindruckend: Bis zu 30.000 Ampullen verlassen beispielsweise täglich die Produktionslinien. Jede einzelne wird unter kontrollierten Bedingungen befüllt, mit einem Gasgemisch bei rund 1200 Grad versiegelt und anschließend geprüft. Fehler werden systematisch ausgeschlossen. Stichproben, Rückstellmuster jeder Charge und lückenlose Rückverfolgbarkeit sorgen dafür, dass jedes Produkt auch Jahre später noch überprüft werden kann. Selbst Details wie der Zugang zur Produktion sind durchdacht: Türen öffnen sich erst nach der Händedesinfektion. Böden sind so beschichtet, dass Staub gebunden wird. Luftströme sind exakt gesteuert: von „rein“ zu „weniger rein“.
Auch das Thema Nachhaltigkeit ist Teil des Alltags. Glasreste aus der Ampullenherstellung werden eingeschmolzen und wiederverwendet. Auf dem Dach erzeugen Solaranlagen Strom, während im historischen Werk 1 eine alte Mühle heute Energie aus Wasserkraft liefert.

Dr. Grandel – Eine Geschichte, die in der Mühle begann
Der Ursprung von Dr. Grandel liegt nämlich nicht in der Kosmetik, sondern in einer Mühle. Felix Grandel erkannte nach dem Zweiten Weltkrieg das Potenzial von Weizenkeimen – zunächst für die Ernährung, später für die Haut. Aus dieser Beobachtung entstand ein Unternehmen, das heute in über 50 Ländern aktiv ist – noch immer familiengeführt, inzwischen in dritter Generation.
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Bilder: ©Dr. Grandel
