Hanfred bringt Ruhe ins Rudel

Was als private Suche nach besserem Futter für den eigenen Vierbeiner begann, wurde für Isabella, Laura und Gernot zum Startschuss für Hanfred: ein Pet-Food-Label, das Transparenz, natürliche Zutaten und echte landwirtschaftliche Verantwortung radikal neu denkt. Statt anonyme Rohstoffe einzukaufen, bauen sie ihre Kräuter selbst an, entwickeln funktionale Snacks wie das SOS-System – und arbeiten an Zukunftsthemen wie Wasserlinsen-Protein. Ein Gespräch über Mut, Minimalismus und den Wunsch, Tierfutter wieder „zurück zur Natur“ zu bringen.

Wie kam es zur Gründung eines eigenen Pet-Food-Unternehmens?

Eigentlich hatten wir gar nicht geplant, ein Unternehmen zu gründen. Aber unser Hund Batman hatte gesundheitliche Probleme, und wir haben angefangen, uns sein Futter genauer anzuschauen. Was wir gefunden haben, war ernüchternd: intransparente Zutaten, Füllstoffe, künstliche Aromen. Je mehr wir recherchiert haben, desto mehr fragten wir uns: Warum gibt’s nichts Gescheites? Wir – das sind Isabella, Laura und Gernot. Wir kommen aus der Landwirtschaft und irgendwann war klar: Wenn’s keiner macht, machen wir’s halt selbst. So haben wir 2020 angefangen. Im ersten Stock von Isabellas Wohnhaus, mit handbeklebten Dosen und viel „learning by doing“. Der Name Hanfred spielt mit einer unserer Hauptzutaten – und soll persönlich klingen. Wie ein Ansprechpartner, nicht wie ein Konzern.

Co-founders Hanfred Laura & Isabella

Sie setzen bewusst auf eigene Kräuterfelder statt auf zugekaufte Rohstoffe. Wie herausfordernd ist dieser Weg?

Es ist definitiv der anspruchsvollere Weg. Rohstoffe zuzukaufen wäre einfacher – aber wir möchten unsere Qualität selbst in der Hand haben und genau wissen, was in unsere Produkte kommt und wie sie hergestellt werden. Wir bewirtschaften unsere eigenen Felder in der Steiermark nach biologischen Grundsätzen: keine Pestizide, kein Kunstdünger, dafür echtes landwirtschaftliches Know-how. Von der Aussaat bis zur Ernte kontrollieren wir jeden Schritt selbst. Das heißt, die Böden zu kennen, mit den Jahreszeiten zu arbeiten und zu verstehen, wie man nachhaltig das Beste aus dem Land holt. Klar, das Wetter ist unberechenbar und der Aufwand beträchtlich. Aber diese vollständige Kontrolle über die Qualität ist unser Versprechen. Als wir im Herbst 2020 unsere erste eigene Hanfernte eingefahren haben, war das ein besonderer Moment – der Beweis, dass unser Konzept aufgeht.

Warum trauen sich so wenige Unternehmen an diese Transparenz?

Weil Transparenz unbequem sein kann, wenn die Zutaten nicht viel hermachen. Lange Zutatenlisten sind praktisch – da kann man viel verstecken. „Pflanzliche Nebenerzeugnisse“, „tierische Fette“ – klingt nach irgendwas, sagt aber nichts. Bei uns steht Hanfsamen, Mariendistel, Hühnerfleisch drauf, fertig. Minimalistische Rezepturen mit nur drei bis fünf Zutaten sind selten in der Pet-Food-Branche. Wir glauben: Weniger ist mehr. Wenn die Zutaten stimmen, braucht man nicht viele davon.

Wie reagieren Tierbesitzer*innen auf das Thema „Farm-to-Bowl“ – ist das Bewusstsein für Inhaltsstoffe schon da oder muss es erst geschaffen werden?

Es wächst – aber es ist noch nicht überall angekommen. Viele sind ehrlich überrascht, wenn sie hören, dass wir unsere Kräuter wirklich selbst anbauen. Das kennen die meisten nicht. Die Realität: Fast jeder dritte Hund hat mittlerweile Allergien oder Unverträglichkeiten. Da fangen viele an, genauer hinzuschauen. Wir wollen niemandem etwas vorschreiben – wir zeigen einfach, dass es auch anders geht.

Ihr SOS-System ist einzigartig am Markt. Wie entstand die Idee, funktionale Snacks durch ein „Notfall-Trio“ zu ergänzen?

Aus dem echten Leben. Jeder Hundebesitzer kennt die Momente: Silvesterstress, die Aufregung beim Tierarzt. Wir wollten etwas, das in solchen Situationen schnell unterstützt – unkompliziert und natürlich. So sind unsere SOS-Stangerl entstanden. Quasi das Help-Kit im Leckerli-Format. Wir nennen das, was danach passiert, den „Hanfred Effekt“ – wenn der Hund spürbar ruhiger wird, der Bauch sich beruhigt, die Gelenke wieder mitmachen.

Welche Rückmeldungen bekommen Sie von Tierärzten oder Tierbesitzern zum SOS-Einsatz?

Von Tierbesitzer*innen bekommen wir richtig schöne Rückmeldungen. Da schreibt uns jemand, dass der Senior-Hund plötzlich wieder besser die Treppe hochkommt. Oder dass der Angsthund zum ersten Mal halbwegs entspannt durch Silvester gekommen ist. Das sind die Hanfred-Momente, für die wir das machen. Bei Tierärzt*innen wächst das Interesse. Viele schätzen, dass unsere Produkte klar formuliert sind und mit echten Kräutern arbeiten. Natürlich braucht es noch Aufklärungsarbeit. Manche greifen schneller zum Rezeptblock als zur natürlichen Alternative. Aber es tut sich etwas – und das freut uns.

Sie arbeiten an einer Proteinalternative auf Basis von Wasserlinsen – einem potenziellen Game-Changer. Was macht Wasserlinsen so vielversprechend?

Wasserlinsen sind echt faszinierend. Sie wachsen extrem schnell, brauchen kaum Fläche und liefern trotzdem ein vollständiges Aminosäureprofil. Für Tiere mit Protein-Unverträglichkeiten sind sie außerdem hypoallergen. Wir sehen darin die Möglichkeit, bis zu 70 Prozent des tierischen Proteins in einem Vollfutter zu ersetzen. Das ist ein großer Hebel. Und es passt zu unserem Anspruch, wo immer möglich die Abhängigkeit von tierischen Rohstoffen zu reduzieren – ohne Qualitätsverlust.

Wie kann Ihr Ansatz dazu beitragen, die ökologischen Probleme der modernen Tierfutterindustrie zu lösen?

Nicht mit einem großen Versprechen, sondern mit vielen kleinen Schritten. Eigene Kräuterfelder statt globaler Lieferketten. Kurze Wege statt Container aus Übersee. Minimalistische Rezepturen statt energieintensiver Verarbeitung. Und bald pflanzliche Proteine, die deutlich weniger Ressourcen brauchen. Unser Mantra ist simpel: Je naturnaher, desto besser. Je nachhaltiger, desto besser. Wir wissen, dass wir als Futterhersteller echte Hebel haben. Und je größer wir werden, desto mehr wollen wir bewegen.

Welche neuen Produkte oder Kategorien sind in Planung – wohin entwickelt sich Hanfred?

Wir bauen gerade in zwei Richtungen aus: Einerseits die Wasserlinsen-Technologie – da investieren wir viel Energie, weil sie für uns der Schlüssel zum Vollfuttermarkt ist. Das ist unser nächstes großes Ziel. Andererseits erweitern wir das SOS-System, weil wir merken, wie groß der Bedarf an schneller, natürlicher Hilfe ist. Die To-do-Liste wird eher länger als kürzer. Wir probieren, tüfteln, verwerfen, fangen neu an. Aber genau das treibt uns an.


Wir verlosen drei große Hanfred Kennenlernpakete für Hunde und/oder Katzen.

Am Gewinnspiel nehmen alle Einsender einer E-Mail mit dem Betreff „HANFRED“ (und der Info, ob Hunde- und/oder Katzenbesitzer) an gewinnspiel@wort-sport.de teil.

Teilnahme ab 18 Jahren. Hier geht es zu den kompletten Teilnahmebedingungen.

Einsendeschluss ist Sonntag, der 21.12.2025.

Wir wünschen viel Glück!


Schnell zum Luxus: hanfred.at

Bilder: ©Hanfred, Diana Bachmann

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