Schon wenige Minuten nach der Ankunft im Hotel Muchele in Südtirol wird klar, warum so viele Gäste Jahr für Jahr zurückkehren. Die Atmosphäre ist ungezwungen, herzlich und authentisch. Man wird begrüßt wie ein guter Freund und spürt sofort jene besondere Leichtigkeit, von der Gastgeberin Priska Ganthaler spricht: „Wir haben hier unsere Insel geschaffen.“
Diese Leichtigkeit hat Tradition. Das Muchele ist ein Familienbetrieb mit Geschichte, dessen Wurzeln weit zurückreichen. Den Grundstein legten einst die Großeltern, als die Großmutter ihre Leidenschaft fürs Kochen entdeckte und der Großvater den ehemaligen Bauernhof in einen kleinen Gasthof verwandelte. Der Name „Muchele“ geht auf den ursprünglichen Hofnamen zurück und leitet sich von „Much“ ab, dem Dialektnamen für Michael – jenem Flößer, der einst Menschen und Waren über die Etsch brachte.
Das Hotel wurde über die Jahre stetig weiterentwickelt – immer mit dem Ziel, Moderne und Regionalität harmonisch miteinander zu verbinden. Regionale Materialien wie Porphyr und Kastanienholz greifen die Landschaft Südtirols auf und lassen Architektur und Natur miteinander verschmelzen. Warme Naturtöne treffen auf Lehmputz, hochwertige Möbel auf Designklassiker, zeitgenössische Kunst auf liebevoll ausgewählte Details.

Stillstand scheint für die Familie Ganthaler ein Fremdwort zu sein. In den vergangenen Jahren entstanden neue Zimmer und Suiten, eine elegante Bar, moderne Fitness- und Spa-Bereiche sowie ein großzügiger Infinitypool, der nahtlos in die weitläufige Gartenlandschaft übergeht. Besonders außergewöhnlich: Die Entwicklung des Hotels wurde über soziale Medien begleitet. Stammgäste konnten miterleben, wie aus Visionen neue Lieblingsplätze entstanden und fühlten sich so von Anfang an als Teil dieser Geschichte.

Heute führt bereits die dritte Generation das Boutiquehotel. Die Schwestern Priska und Martina Ganthaler leiten das Hotel gemeinsam, während Schwester Anna ihre Kreativität in der Hotelboutique mit eigener Taschenkollektion und einer Naturkosmetiklinie für Zimmer und Spa auslebt. Dass Kreativität im Muchele nicht an den Hoteltüren endet, zeigt sich auch im kulturellen Engagement der Gastgeber. Regelmäßig finden Kunst-Aperitifs statt, bei denen regionale Künstler ihre Werke präsentieren und mit Gästen ins Gespräch kommen. Das Hotel versteht sich bewusst als Bühne für Kreativität – nicht nur für die eigene, sondern auch für jene anderer Menschen.

Ebenso viel Leidenschaft steckt in der Kulinarik. Erst vor Kurzem erhielt das Muchele eine komplett neue Küche, die Teil des Genusserlebnisses geworden ist. Ob am Chef’s Table oder während einer Küchenführung: hier wird sichtbar, mit wie viel Präzision und Hingabe gearbeitet wird. Verantwortlich für die Küche ist Chefkoch Patrick Holzner, der mit seinem Team saisonale Menüs entwickelt und dabei großen Wert auf Produktwissen, Regionalität und außergewöhnliche Zutaten legt. Wildkräuter, essbare Blüten und fast vergessene Gemüsesorten gehören für ihn ebenso selbstverständlich dazu wie kreative Zubereitungstechniken. Einmal pro Woche verlagert sich das Geschehen sogar nach draußen: In der Outdoor-Küche entsteht unter freiem Himmel ein mehrgängiges Menü, das direkt vor den Augen der Gäste zubereitet wird. Statt eines klassischen Grillabends erwartet die Besucher ein feines, kreatives Outdoor-Dinner.

Zum Genuss gehört im Muchele selbstverständlich auch der Wein. Als Mitglied der Vinum Hotels nimmt das Thema seit vielen Jahren einen besonderen Stellenwert ein. Vater Hansjörg Ganthaler war Mitbegründer der Hotelvereinigung und absolvierte dafür sogar noch mit 60 Jahren die Ausbildung zum Sommelier. Heute kümmern sich gleich mehrere Sommeliers im Haus um persönliche Weinempfehlungen und individuelle Verkostungen. Zur Familie gehört inzwischen sogar ein eigenes Weingut in den Marken. Dort produziert Mutter Franziska Ganthaler charakterstarke Weine aus autochthonen Rebsorten, die bereits mehrfach ausgezeichnet wurden. Besonders der elegante Rosé aus der seltenen Lacrima-Traube hat längst seinen festen Platz auf der Weinkarte des Hauses gefunden.

Trotz aller Investitionen, Auszeichnungen und gestalterischen Ideen verliert das Muchele jedoch nie den Blick auf das Wesentliche. „Das Ambiente kann man gestalten. Aber das Haus machen die Menschen“, sagt Priska Ganthaler. Genau deshalb wird Freundlichkeit hier nicht als Serviceleistung verstanden, sondern als Haltung. Man begegnet Gästen wie Mitarbeitern mit Respekt, Offenheit und echtem Interesse.
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Bilder: ©Verena Proebst, Vinum Hotel Muchele
