Wer Gastgeber Stephan Pramstrahler begegnet, merkt schnell: In seinen luxuriösen Unterkünften dem Vinumhotel Turm und dem Gatschhof geht es nicht in erster Linie um Zimmer oder Suiten, sondern um Gefühle. Pramstrahler ist Hotelier, ehemaliger Spitzenkoch, Kunstliebhaber, Pferdezüchter, und Weinconosseur zugleich. Vor allem aber ist er jemand, der jedem Raum eine Geschichte gibt. Für ihn genügt Schönheit allein nicht. „Schönheit ist wichtig, aber nicht genug. Erst die Geschichte macht einen Ort lebendig“, sagt er.
Bei Pramstrahler gleicht kein Zimmer dem anderen. Kunstwerke und Skulpturen internationaler Fotografen und Künstler treffen auf Naturstein, antike Möbel auf moderne Architektur. Ecken vermeidet Pramstrahler bewusst. Für ihn strahlen weiche Formen Ruhe aus. Seine Inspiration findet er direkt vor der Haustür. Die Farben der Landschaft spiegeln sich im Interieur wider, Lavendel taucht als Farbton dort auf, wo draußen die Pflanzen blühen, Naturstein verbindet Innen- und Außenräume.
Auch Rost darf sein: Gebrauchsspuren gehören für ihn zum Leben dazu. „Authentizität spürt man“, sagt Pramstrahler. Genau deshalb entstehen seine Hotels nicht nach Marktanalysen oder Designtrends, sondern so, wie er selbst gerne wohnen würde. Was ihm gefällt, dürfen auch seine Gäste erleben. Naturpools ohne Chlor, großzügige Rückzugsorte und eine Architektur, die bewusst nicht nach klassischem Hotel aussieht. „Ich wollte nie Zimmer bauen, die hotelmäßig wirken“, erklärt er. Vielmehr sollte jeder Gast das Gefühl bekommen, in einem außergewöhnlichen Zuhause auf Zeit angekommen zu sein.

Die Galerie der Träume
Besonders eindrucksvoll wird seine Philosophie in der Galeria unterhalb des Gatschhofs sichtbar. Der außergewöhnliche Raum dient gleichzeitig als Veranstaltungsort, Kunstgalerie, Pferdestall, Oldtimer-Garage und Verkostungsraum für die Weine des eigenen Weinguts.
Zwischen monumentalen Natursteinen, Skulpturen und Fotografien erzählt Pramstrahler seinen Gästen eine Geschichte über Dankbarkeit, Vergänglichkeit und das große Glück, überhaupt leben zu dürfen. Die riesigen Steine stammen aus den Erdarbeiten des Geländes. Für ihn sind sie nicht nur Dekoration, sondern erinnern daran, dass jeder Mensch nur für einen kurzen Moment Teil dieser Welt ist. Dass Regen kein schlechtes Wetter, sondern ein Wunder ist. Dass Wind auf der Haut ein Geschenk sein kann. Und dass wir allzu oft vergessen, wie privilegiert wir bereits sind. Viele Gäste reagieren darauf überraschend emotional. Nicht selten fließen Tränen, erzählt Pramstrahler. Nicht aus Traurigkeit, sondern weil seine Geschichten etwas berühren, das im hektischen Alltag häufig verloren geht: die Fähigkeit, den Augenblick bewusst wahrzunehmen.

Hotels als Spiegel ihres Gastgebers – Stephan Pramstrahler
Wer Stephan Pramstrahler zuhört, versteht schnell, dass Hotel Turm und Gatschhof mehr sind als außergewöhnliche Designhotels in Südtirol. Sie sind Ausdruck seiner Persönlichkeit. Hier geht es nicht darum, möglichst luxuriös oder spektakulär zu sein – und das sind beide Häuser! Vielmehr entsteht Luxus aus Echtheit, hochwertigen Materialien, Zeit, Aufmerksamkeit und Geschichten, die Räume mit Leben füllen. Vielleicht ist genau das das Geheimnis seiner Häuser: Sie möchten ihre Gäste nicht beeindrucken. Sie möchten sie berühren. Und wer abreist, nimmt mehr mit nach Hause als schöne Erinnerungsfotos: nämlich den Gedanken, dass wahres Glück oft schon längst da ist. Man muss nur wieder lernen, es wahrzunehmen.
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Bilder: ©Verena Proebst
