ZOÉ LU – Eine Tasche, unendlich viele Möglichkeiten

Es beginnt, wie viele gute Geschichten beginnen: nicht mit einem Businessplan, sondern mit einer Idee und einem Keller. Während andere Labels mit großen Investoren starten, tüfteln Larissa Walter und ihre Co-Gründerin Ulrike Heintz an einem Konzept, das so simpel wie radikal ist: eine Handtasche, die sich verändern lässt. Mit ZOÉ LU entwickelten die beiden ein modulares System, das Design, Funktionalität und Nachhaltigkeit neu denkt und dabei den Nerv einer Generation trifft, die weniger besitzen, aber mehr Möglichkeiten haben will.

Larissa, du bist Designerin aus Leidenschaft – wann hast du gemerkt, dass Mode und Design dein Weg sind?

Das war schon als Kind klar. Ich habe ständig gezeichnet und gebastelt, meinen Barbiepuppen Outfits genäht und aus Papier kleine Kollektionen entworfen. Im Gymnasium hatte ich natürlich auch Kunst-LK. Nach der Schule bin ich gemeinsam mit Uli an die Meisterschule für Mode in München gegangen, in den Bereich Grafik- und Modedesign. Nach einem Jahr habe ich gemerkt: zu viel 2D, zu wenig Mode. Für Modedesign hätte ich noch eine Schneiderausbildung gebraucht – das wollte ich nicht. Also habe ich mich für Industrial Design beworben und es tatsächlich unter die letzten 40 von 800 geschafft. Das war zwar sehr technisch, aber das Dreidimensionale hat mich begeistert. Taschen und Schuhe waren dann der perfekte Kompromiss zwischen Produktdesign und Fashion. Und am Ende sind es die Handtaschen geworden.

Du hast vor der Gründung viele Jahre in der Branche gearbeitet. Was hat dich irgendwann dazu gebracht zu sagen: „Ich mache jetzt mein eigenes Ding“?

Ich kam direkt nach der Uni nach Hamburg zu Ludwig Görtz. Das Unternehmen hatte damals rund 250 Filialen in ganz Deutschland und sehr viele Eigenmarken. Ich habe als Mutterschutzvertretung für meine Vorgängerin angefangen – ganz grün hinter den Ohren und mit großem Respekt. Ich habe mich aber schnell eingearbeitet und einfach gemacht, was ich für sinnvoll hielt. Nach kurzer Zeit habe ich vom Entwurf über Preisverhandlungen mit Lieferanten bis hin zum Verkauf der Taschen auf Messen alles verantwortet. Das war der Moment, in dem ich dachte: Das können wir auch selbst.

Die Idee zu eurem Label ist ja fast schon ein Klassiker: gegründet im Keller deiner Eltern. Was waren die ersten Schritte – und auch die größten Hürden am Anfang?

Ja, der Start war tatsächlich im Hobbyraum meiner Eltern. Ich war frisch Mama, alleinerziehend, und Uli und ich saßen im Keller und haben an unserer Idee getüftelt – parallel zu Freelance-Jobs, um Geld zu verdienen. Die erste große Hürde war, die Idee wirklich greifbar zu machen. Wir wollten eine wandelbare Tasche – hatten aber keine Ahnung, wie genau das funktionieren soll. Nach vielen, sagen wir mal, „mittelguten“ Ideen kam dann endlich die eine: eine Saddle Bag mit austauschbarer Klappe. Da wussten wir: Das ist es. Dann kam die nächste Herausforderung: die Produktion. Deutschland? Kaum noch möglich. Italien? Überraschend schwierig und oft unzuverlässig. Portugal? Am Ende oft nur „Finish“, produziert wurde woanders. Schließlich sind wir bei einem Partner in Indien gelandet, der an unsere Idee geglaubt hat und uns erste Muster in kleinen Stückzahlen gefertigt hat, die wir zunächst an Freunde verkauft haben. Und dann natürlich: Sichtbarkeit. Wir dachten anfangs, unsere Idee spricht sich von allein herum – tat sie nicht. Also haben wir früh auf Instagram gesetzt, viel organisch gearbeitet und dann eine Influencerin gewonnen, die ihre Community begeistert hat. Das war ein echter Wendepunkt. Dann kam noch TV dazu – Das Ding des Jahres auf ProSieben. Das hat uns einen riesigen Push gegeben. Spätestens während Corona war unsere Community unser größter Rückenwind.

ZOÉ LU
Larissa-Walter und Ulrike Heintz (vorne)

Du hast zusammen mit deiner besten Freundin gegründet. Was ist der größte Vorteil – und was die größte Herausforderung?

Das werden wir oft gefragt – und viele sind überrascht, wie gut das funktioniert. Ich glaube, der Schlüssel ist: Es geht uns nie ums Ego, sondern immer darum, das Unternehmen voranzubringen. Wir sind nicht immer einer Meinung, aber wir diskutieren und finden eine Lösung. Natürlich gibt es auch Momente, in denen man genervt ist – meist, wenn wir Orders machen und ich am liebsten alles bestellen würde und Uli den Rotstift zückt. Aber das ist wirklich selten. Wir fahren sogar zusammen in den Urlaub und wohnen im selben Haus, nur eine Etage auseinander. Wir unterstützen uns im Alltag, beim Kind, im Leben generell – und haben auch schon sehr schwere Zeiten zusammen durchgestanden. Wir wissen einfach: Auf die andere ist immer Verlass.

ZOÉ LU

„One bag, many looks“ – was war der konkrete Auslöser für diese Idee?

Das kam ganz klar aus meinem Job als Designerin. Im Schaufenster stehen immer die auffälligen Taschen – pink, besonders, ein bisschen „Wow“. Und dann kommt die Kundin in den Laden, überlegt kurz … und kauft am Ende doch die schwarze Tasche, weil sie zu allem passt. Das Ergebnis: viele Taschen, aber irgendwie nie die richtige. Unsere Idee war: Warum nicht eine Tasche, die sich anpasst? An Outfit, Anlass und Stimmung – ohne dass man gleich fünf verschiedene braucht.

Was macht für dich heute gutes Taschendesign aus?

Gutes Design ist für mich immer die Balance aus Ästhetik und Funktion. Viele Taschen sind entweder wunderschön oder praktisch – aber selten beides. Genau da setzen wir an: Unsere Taschen sollen im echten Leben funktionieren. Sie müssen alltagstauglich sein, sich gut anfühlen, durchdacht sein – und dabei natürlich gut aussehen. Ich sage immer: Wir machen keine „Taxi-zum-Restaurant“-Taschen. Unsere dürfen auch den ganzen Tag mit.

Was inspiriert euch für neue Designs?

Alles – wirklich alles. Wir haben wahrscheinlich um die 1000 Pinterest-Boards. Natürlich spielen Trends und Farben eine Rolle, aber wir lassen uns genauso von Kulturen, Handwerk, Reisen oder ganz banalen Alltagsmomenten inspirieren. Ich liebe zum Beispiel Tintenfische. Wer würde sich eine ganze Tasche damit kaufen? Wahrscheinlich wenige. Aber als Klappe funktioniert das plötzlich – türkis, mit gestickten Tentakeln, Perlen und Pailletten. Oder unsere Sizilien-inspirierten Designs: weißes Canvas, blaue Ornamente, gelbe Zitronenstickerei. Das Schöne ist: Wir haben eher zu viele Ideen als zu wenige.

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Eure Kundinnen können ihre Taschen selbst gestalten. Wie stark fließt Feedback aus der Community in die Kollektionen ein?

Sehr stark. Wir beziehen unsere Community aktiv ein – über Instagram, Umfragen und Abstimmungen. Das macht unseren Kundinnen Spaß, weil sie mitgestalten können. Und für uns ist es extrem wertvoll, weil wir ein direktes Stimmungsbild bekommen. Gerade weil wir die Ware vorfinanzieren, hilft uns das enorm bei Entscheidungen.

Eure Community scheint ein zentraler Erfolgsfaktor zu sein. Wie habt ihr diese Nähe aufgebaut?

Das ist sehr organisch entstanden. Seit 2018 nehmen wir unsere Community überall mit hin – ins erste Büro, zu unseren Produzenten, durch alle Höhen und Tiefen, inklusive Homeschooling während Corona. Wir zeigen nicht nur die schönen Seiten, sondern auch die Realität dahinter. Und genau das schafft Nähe.

Ihr sprecht viel über Nachhaltigkeit – vor allem durch das modulare System. Wo siehst du die größten Hebel in der Modebranche?

Wenn wir ehrlich sind: Das nachhaltigste Teil ist immer das, das man gar nicht erst kauft. Aber Mode ist eben auch Ausdruck. Unser Ansatz ist: weniger, aber smarter. Statt fünf Taschen kauft man eine – und verändert sie über die Klappen. Die verbrauchen nur etwa 30 Prozent des Materials einer ganzen Tasche. Das ist für uns ein echter Hebel.

Ihr arbeitet mit internationalen Produktionspartnern. Wie stellt ihr sicher, dass eure Werte umgesetzt werden?

Das Thema hat sich in den letzten Jahren zum Glück stark verändert. Wir arbeiten mit Partnern, die ihre Mitarbeiter wirklich wertschätzen. Viele sind seit Jahrzehnten dort – das ist in der Branche sehr ungewöhnlich. Es gibt Altersvorsorge, Unterstützung für Familien, Ausbildungsmöglichkeiten für Kinder. Und wir sind regelmäßig vor Ort, schauen uns alles an und arbeiten auch selbst mit.

Gibt es Pläne über Handtaschen hinaus?

Ja, definitiv. Als Nächstes kommen Gürtel. Oberbekleidung würde mich auch reizen – aber Schritt für Schritt. Was wir auf jeden Fall ausbauen wollen, sind Community-Events. Unser Sample Sale in München bringt jedes Jahr rund 1000 Menschen zusammen – das ist immer ein echtes Highlight. Außerdem arbeiten wir gerade an neuen kreativen Eventformaten mit ZOÉ LU.

Gibt es ein Lieblingsstück aus eurer Kollektion?

Ganz ehrlich: immer die Klappe, die gerade perfekt zum Outfit passt. Genau das ist ja das Schöne daran – es wird nie langweilig.


Wir verlosen ein Welcome Set bestehend aus einem Taschenkörper und zwei Klappen zum Wechseln.

ZOÉ LU

Am Gewinnspiel nehmen alle Einsender einer E-Mail mit dem Betreff „ZOÉ LU“ an gewinnspiel@wort-sport.de teil.

Teilnahme ab 18 Jahren. Hier geht es zu den kompletten Teilnahmebedingungen.

Einsendeschluss ist Sonntag, der 19.04.2026.

Wir wünschen viel Glück!


Schnell zum Luxus: zoelu.com

Bilder: ©ZOÉ LU

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